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Rudolf-Diesel-Straße 16, 89312 Günzburg (öffnet Google Maps in neuem Tab)08221 20796-0
Musterpodeste mit Platten in heller Steinoptik, Holzoptik und Terrakottaoptik, dahinter eine freistehende Wanne vor grün-weißer Wand, rechts Wandmuster mit Großformat und Sechseck-Mosaik
Ratgeber

Bodenfliesen richtig wählen

Welche Bodenfliese passt, hängt von Raum und Beanspruchung ab. Feinsteinzeug ist sehr dicht und hart und wird bevorzugt für Böden eingesetzt; Steingut ist poröser und dient vor allem als Wandfliese. Die Oberfläche entscheidet über Optik und Pflege: glasiert oder unglasiert, matt, poliert oder strukturiert. Die Rutschhemmung wird als R-Wert angegeben, für nass und barfuß begangene Flächen zusätzlich als Gruppe A, B oder C. Bei glasierten Fliesen kommt die Abriebgruppe hinzu. In unserer Ausstellung vergleichen Sie Oberflächen im Original und nehmen Muster mit.

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Feinsteinzeug, Steinzeug oder Steingut: Was ist der Unterschied?

Die Norm DIN EN 14411 ordnet keramische Fliesen danach in Gruppen, wie viel Wasser ihr gebrannter Scherben aufnimmt: Je dichter er ist, desto weniger.

Feinsteinzeug gehört zur Gruppe mit der geringsten Wasseraufnahme. Es wird bei hoher Temperatur dicht gebrannt und ist bruchfest; unglasiert wird es deshalb auch auf stark beanspruchten Flächen wie Fluren und Treppen verwendet.

Steinzeug liegt in der Wasseraufnahme zwischen Feinsteinzeug und Steingut; glasiertes Steinzeug ist eine klassische Bodenfliese.

Steingut nimmt am meisten Wasser auf, ist weniger fest als Steinzeug und nicht frostbeständig. Es wird vor allem als glasierte Wandfliese im Haus eingesetzt; für Böden ist es in der Regel nicht gedacht.

Glasiert oder unglasiert?

Eine glasierte Fliese trägt auf dem Scherben eine eingebrannte Glasur, die Farbe und Dekor gibt. Unglasiertes Feinsteinzeug ist dagegen meist durchgefärbt: Die Farbe steckt im ganzen Material.

Glasierte Oberflächen sind in der Regel fleckbeständig und leicht zu reinigen; wie abriebfest und rutschhemmend eine Glasur ist, hängt von ihren Eigenschaften ab.

Unglasiertes Feinsteinzeug ist sehr abriebbeständig, eine Glasur erreicht diese Festigkeit meist nicht. Dafür lässt die Glasur mehr Spielraum bei Farben und Dekoren, bis hin zu Holz- und Steinoptiken.

Matt, poliert oder strukturiert: Was ändert die Oberfläche?

Wie leicht sich ein Boden reinigen lässt, hängt vor allem davon ab, wie rau seine Oberfläche ist: Auf glatten Fliesen findet Schmutz wenig Halt, in den Vertiefungen strukturierter Fliesen mehr.

Strukturierte, mikroraue Oberflächen sind dafür trittsicherer. Je höher die Rutschhemmung, desto aufwendiger ist in der Regel die Reinigung.

Poliertes Feinsteinzeug glänzt. Beim Polieren wird allerdings die geschlossene Oberschicht aus dem Brand abgeschliffen, und feine Poren liegen offen, in denen sich Schmutz leichter hält; viele Hersteller empfehlen deshalb eine Imprägnierung.

Bei geläppten Oberflächen wird die Fliese nur fein überschliffen; ist sie strukturiert, glänzen die erhabenen Stellen, während die tieferen eher matt bleiben.

Was bedeutet R10 oder R10/B auf der Fliese?

Der R-Wert beschreibt die Rutschhemmung beim Begehen mit Schuhen. Ermittelt wird er auf einer schiefen Ebene, die immer steiler gestellt wird, bis die Prüfperson unsicher wird oder rutscht. Die Skala reicht von R9 für die geringste bis R13 für die höchste Rutschhemmung.

Die Gruppen A, B und C beschreiben die Rutschhemmung auf nassen Flächen, die barfuß begangen werden. Geprüft wird barfuß auf nasser Fläche; A ist die niedrigste, C die höchste Gruppe.

Beide Angaben stammen aus getrennten Prüfungen unter verschiedenen Bedingungen und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Steht in den Angaben R10/B, wurde die Fliese in beiden Verfahren geprüft: R10 mit Schuhen, B barfuß.

Die Prüfverfahren sind heute in DIN EN 16165 beschrieben; manche Datenblätter nennen noch die früher dafür maßgeblichen Normen DIN 51130 und DIN 51097.

Vorgaben, welche Gruppe wo nötig ist, gibt es für Arbeitsstätten (ASR A1.5) und für nass und barfuß begangene Bereiche in Betrieben, etwa in Schwimmbädern (DGUV Information 207-006). Für Ihr Zuhause gelten sie nicht, zur Orientierung können sie trotzdem dienen.

Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers zur jeweiligen Fliese.

Abriebgruppe: Wie belastbar ist eine glasierte Fliese?

Auf glasierten Fliesen zeigt sich Abnutzung zuerst an der Glasur, etwa als veränderter Glanz. Wie viel Beanspruchung eine Glasur verträgt, beschreibt die Abriebgruppe nach DIN EN ISO 10545-7.

Angegeben wird sie in fünf Gruppen, von 1 für sehr leichte bis 5 für starke Beanspruchung. Ermittelt wird sie, indem die Oberfläche in einer Prüfmaschine künstlich abgerieben wird, bis sich ihr Aussehen sichtbar verändert.

Für unglasierte Fliesen gilt diese Einteilung nicht; ihr Verschleiß wird mit einem eigenen Verfahren in die Tiefe geprüft.

Die Abriebgruppe gibt der Hersteller an. Welche Gruppe zu Ihrem Raum passt, besprechen wir mit Ihnen bei der Auswahl.

Fragen vor der Auswahl.

Diese Fragen gehen wir mit Ihnen an den Mustern durch:

  • Raum und Nutzung: Wohnraum, Flur, Küche, Bad oder draußen, und wie stark wird der Boden begangen?
  • Nässe: Wird der Boden oft nass, vielleicht auch barfuß begangen?
  • Oberfläche: Soll sie glatt und leicht zu reinigen sein oder strukturiert und trittsicherer?
  • Draußen: Ist die Fliese frostbeständig und vom Hersteller für den Außenbereich vorgesehen?
  • Angaben: Welche Rutschhemmung und, bei glasierten Fliesen, welche Abriebgruppe nennt der Hersteller?

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